Patricks Point State Park

Oh wie herrlich kuschelig sind wir heute morgen in unserem süßen, kleinen Häuschen mitten im Wald wach geworden. Ich bin husch einmal kurz aus dem Bett geschlüpft, habe die Gastherme angeschmissen, um dann noch einmal zu schlummern. Ein Halbes- oder vielleicht Dreiviertelstündchen später zieht bereits der Duft frischen Kaffees durch den Raum - hmmm. 

Wir gehen es heute etwas ruhiger an. Gemütliches Frühstücken, kein Ortswechsel und dennoch wollen wir uns bewegen und etwas von der Umgebung entdecken. Gegen Mittag brechen wir zu einer kleinen Wanderung in den Patricks Point State Park auf. Der Wanderweg ist als Rundweg angelegt und führt weitgehend entlang der Steilküste. Immer wieder gibt es die Möglichkeit nach einem Abstecher an den Strand hinunter oder auf Felsen hinauf. Wir nehmen alle mit, bleiben an schönen Aussichten stehen oder sitzen. Entdecken handtellergroße Seesterne, dösende Seehunde; beobachten Vögel und träumen ein wenig.

Nach der knapp dreistündigen Wanderung entschließen wir uns auch den Abend nicht auswärts zu verbringen, holen uns ein paar Dosen Dr.Pepper, Pizza, Obst und süße Schweinereien - alles was wir für einen gemütlichen Abend im kleinen Häuschen benötigen.  

Oregon

Landschaft und Natur pur! Der heutige Tag war ein Auszug aus Oregon at it`s best. Wir folgen dem Columbia River flussaufwärts und sind nicht verwundert, dass Lewis & Clark nach ihrer 18 monatigen Reise in den wilden Westen den Fluss in seiner Breite bereits für Buchten des Pazifiks hielten. Selbiger lag zur damaligen Zeit noch 10 Reisetage entfernt.

Den ersten Stop legen wir ca. 42 Minuten entfernt von Portland ein und bewundern herunterstürzende Wasser der Multnomah Falls. Leider ist der Trailhead gesperrt und die damit verbundene Aussicht in das Tal des Columbia River bleibt für uns verschlossen - schade.

Oregon_USA-1.jpg

Bevor wir uns für eine Umrundung des Mount Hood entscheiden, lassen wir uns vom 1933 erbauten Bonneville Lock & Dam begeistern. Das Bauwerk kann komplett besichtigt werden. Besonders spannend, man kann sich die Fischtreppen sowohl unterhalb der Wasseroberfläche, als auch oberhalb anschauen. Da sind sie, die Lachse, welche flussaufwärts ziehen, um die kommende Generation zu sichern. Der Damm diente und dient der Stromerzeugung und wurde in den letzten Jahren durch neue Turbinen und Generatoren auf den neusten Stand der Technik gebracht.

Zirka 20 Kilometer hinter Bonneville biegt unsere Straße in Richtung Mount Hood ab. Wir erwarten tiefe Wälder, sind jedoch erstaunt, auf einer Hochebene Obstplantagen und kleine Weinanbaugebiete zu entdecken. Die Winter sind hier recht streng und schneereich, die Sommer allerdings warm und eher trocken. Der Boden aber ist es, der für Obst und Weinanbau interessant ist - Vulkangestein.

Mount Rainier in der Nähe von Seattle, Mount St. Helens und Mount Hood sind allesamt Vulkane. Wer jetzt glaubt, die sind erloschen, der irrt. Mount St. Helens hat sich am 10. Juli 2008 das letzte mal als noch immer aktiv gemeldet. Die größte Erruption liegt etwas länger zurück. Es war der 18. Mai 1980, als der Berg mit einer gewaltigen Erruption, einer darauffolgenden pyroklastischen Wolke und jeder Menge Lava ausbrach. Der Berg samt Ausbruch schaffte es ins Kino - Hollywood verfilmt den Ausbruch in Dante`s Peak.

Oregon_USA-4.jpg

Wir umrunden Mount Hood (letzter Ausbruch 1907) und lassen die Szenerie aus verschiedenen Perspektiven auf uns wirken. Die Wälder duften herrlich nach Douglasien, Zedern und Pinien. Wir stoppen an einem der zahlreichen Gebirgsbäche, halten die Füße ins kalte Wasser und genießen den Tag in den Wäldern Oregons.

Hiking in Hog Heaven

Unseren zweiten Tag in Sedona haben wir erneut mit einer Wanderung verbracht. Nach dem wir gestern in Richtung Little Horse unterwegs waren, ging es heute über Twin Buttes nach Hog Heaven und über Hog Wash zurück. Die Namen der Berge und Trails klingen witzig, sind aber des reine Resultat der Beschreibung des Aussehens.

Mit Hog Heaven war dementsprechend die Überquerung eines Bergkams gemeint, während Hog Wash das Wandern über riesige vom Wasser abgespülte Flächen bedeutete. Wenn es hier in den Bergen regnet, bilden sich wie in allen Gebirgen riesige Wasserläufe. Die hießigen Wasserläufe sind auf Grund des weichen Gesteins extrem abgerundet und flachgespült. Teilweise bilden sich auch runde Becken, in welchen je nach Ergiebigkeit des Regens mal mehr mal weniger große Wassergumpen verbleiben.

Die gesamte Tour ist eigentlich eine Biketour aber so etwas habe ich noch nier gesehen. Wir hatten zu tun mit Händen und Füßen voranzukommen, während vor uns Biker auf ihren Bikes sitzend (!) die gesamte Strecke bewältigten. Es ist kaum zu beschreiben, welche extremen Herausforderungen dieser Trail mit sich bringt. Die Warnung, nur für extrem geübte Biker war mehr als gerecht. Watch the video for reference!

Zurück am Parkplatz haben wir den Tag dann gemütlich in Sedona verbracht. Übrigens, und dies für meinen wissbegierigen Leser, MJ ... ;-)), Sedona hat seinen Namen einer Pionierin hier im Canyon zu verdanken. Um die Jahrhundertwende lebten nur knapp 15 Familien in der Region. Unter ihnen auch ein Mann Namens T.C. Schnebly. Er war mit Sedona, geb. Miller verheiratet. Sein Bruder zog aus gesundheitlichen Gründen in die Region und bat T.C. und seine Frau ihm zu folgen.

Die beiden eröffneten einen General Store und T.C. war der Meinung, dass die Ansammlung von Menschen in der Region einen regulären Mailverkehr benötige. Er beantragte in Washington die Eintragung der Mail Station "Oak Creek Crossing". Doch zu jener Zeit war man in Washington auf klare, kurze Namen aus und so reichte er den Namen seiner Frau Sedona ein. Washington akzeptierte und so ging die Poststation Sedona in das reguläre Postverzeichnis ein. Eine nette Geschichte wie ich finde.

Morgen wird uns die Route 66 wieder weiter tragen. Es geht von Sedona/ Flaggstaff bis nach Kingman.